Geschichte

Als mehr und mehr Menschen auf dem Schacht Lohberg Arbeit fanden und in das neu entstandene Stadtviertel zogen, trafen sich die evangelischen Christen – erst von 1927 an eine eigenständige Gemeinde – zum Gottesdienst in einer Holzkirche auf der Teerstraße. Dort fand auch der Kindergarten seinen Platz. Die Gemeinde wechselte für die Gottesdienste vorübergehend in das leerstehende NSV-Kindergartengebäude in der Lohbergstraße, später unter dem Namen „Melanchthon-Haus“ als Jugendzentrum genutzt.

Die heutige Kirche wurde zwischen 1952 und 1954 in der Haldenstraße gebaut. Pfarrer Emanuel Paskert und Bergwerksdirektor Dr. Hofmann trieben den Kirchenbau maßgeblich voran. Die roten Ziegel für den Bau wurden auf dem Schacht gebrannt, wie überhaupt der Schacht einen großen Teil des Baumaterials und Arbeitskraft zur Verfügung stellte: Evangelische Bergarbeiter wurden für den Kirchenbau freigestellt. Das Band hielt: Es leuchtet in der Kirche eine Grubenlampe zu jedem Gottesdienst auf dem Altar, ein Kohlebrocken erinnert an die Ursprünge der Verbindung. Als der alte gerostete Geusendaniel auf dem Turm – ein Engel als evangelisches Bekenntniszeichen seit vielen Jahrhunderten – durch einen Sturm abknickte, wurde durch die Lehrwerkstatt des Schachts ein neuer angefertigt und gestiftet.

Die drei Glocken - aus Stahl gefertigt - stammen vom Hamburger Kirchentag 1953. Sie tragen als Aufschrift die ersten Bitten des „Unser Vater“, die lateinische Aufschrift „teneo quia teneor“ (Ich halte, weil ich gehalten werde), - und riefen Heiligabend 1953 zum ersten Mal die Lohberger Gemeindeglieder zum Gottesdienst.

Der Innenraum der Kirche mit zwei Emporen zeichnet sich durch reformierte Nüchternheit aus. Einen besonderen Akzent setzt eine afrikanische „Ujama“-Statue aus der Partnergemeinde Iniho in Tansania als Symbol der ökumenischen Gemeinschaft und des Zusammenhalts der Menschen untereinander.