Der Saal im Evangelischen Gemeindehaus ist voller Kinder, die gebannt dem Theaterspiel auf der Bühne folgen. Einhundert Kinder aus der Innenstadt, Eppinghoven und dem Averbruch haben sich zur ökumenischen Kinderbibelwoche versammelt, die in der zweiten Herbstferienwoche von den Pfarrern Werner Laslop, Jan Zechel und Armin von Eynern geleitet wird. „Jakob und der Segen“ lautet diesmal das Thema. Es geht um die spannende Frage, ob ein Betrug den Segen Gottes verspielt. Darf man seinen blinden Vater auf dem Sterbebett täuschen, indem man sich als sein Bruder verkleidet? Jakob erleben die Kinder als schillernde Persönlichkeit, die den erstgeborenen Bruder Esau austrickst, um sich Vaters Segen und die Rolle des Familienoberhauptes zu erschleichen. Der Coup gelingt, aber Jakob zahlt einen hohen Preis: Vor den Morddrohungen seines Bruders muss er fliehen und gerät in tiefe Selbstzweifel. Steht Gott noch hinter ihm? Hat er alles vermasselt? Erst durch einen nächtlichen Traum von der Himmelsleiter wird Jakob gewiss, dass Gott ihn nicht verlassen hat und ihn weiter segnet. In dieser Nacht wird Jakob ein anderer. Er lernt Demut und Vergebung.

Im Spiegel der Geschichte sprachen die Kinder über eigene Erfahrungen mit Geschwisterneid und Zorn, mit schlechtem Gewissen und Vergebung. Zehn Kleingruppen standen dazu im Gemeindehaus und dem katholischen Johannahaus bereit, die von dreißig Jugendlichen betreut wurden. Zu den Kreativangeboten gehörten das Basteln von Wutbällen und die Herstellung einer Himmelsleiter, die Gottes Nähe auch in der Einsamkeit symbolisiert. Den Rahmen bildete das gemeinsame Singen zum Tagesbeginn und zum Abschluss in St. Vincentius, begleitet von einer Combo unter der Leitung von Kantorin Daniela Grüning.

 

 

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