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  • Rückblick: Podiumsdiskussion: Erbstücke der Reformation in der weltweiten Ökumene und die Sicht der weltweiten Ökumene auf das Mutterland der Reformation heute

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Reformationsjahr und eingebettet in die Ökumenische Woche der Innenstadt  fand am 6. Juni im Ev. Gemeindehaus Duisburger Straße eine Podiumsdiskussion statt. Ihr Thema: "Erbstücke der Reformation in der weltweiten Ökumene und die Sicht der weltweiten Ökumene auf das Mutterland der Reformation heute". Unter der Moderation von Pfr. Austen Brandt berichteten die südkoreanische Theologieprofessorin Dr. Sung-Hee Lee-Linke, der katholische Dogmatikprofessor Franz-Josef Nocke aus Duisburg, Rev. Joel Law, Pfarrer der anglikanischen Gemeinde in Rochester, und der kongolesische Pastor Marc Kadima, der eine charismatische Gemeinde in Duisburg leitet. In einem Bericht der Rheinischen Post über die  Veranstaltung heißt es:

"Es war ein interessantes Podium, das sich im Rahmen der ökumenischen Woche im Saal des evangelischen Gemeindehauses an der Duisburger Straße zur Diskussion traf. Moderiert von Pfarrer Austen Brandt, evangelische Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade, trafen Prof. Sung-Hee Lee-Linke aus Bonn, der Gemeindepfarrer Dr. Joel Love von der Anglikanischen Gemeinde Rochester, Pfarrer Marc Kadima aus Duisburg von der kongolesischen Kirche Parole du Soir und der katholische emeritierte Prof. Franz-Josef Nocke von der Karmel-Kommunität Duisburg aufeinander. Und lieferten dabei Einblicke in ihre eigene Religiosität und in die internationale Wahrnehmung Luthers.

"In Asien spielt Luther eigentlich keine Rolle", erklärte Professorin Sung-Hee Lee-Linke, die in einer calvinistischen Familie in Südkorea aufwuchs. Erst als sie, auf Anraten ihrer Großmutter, zur Promotion nach Tübingen kam, wurde sie wirklich mit Luther konfrontiert. "Ich war besoffen von der lutherischen Theologie", erklärte sie dem Publikum. Sie vereint bis heute calvinistische Spiritualität und die Theologie Luthers in ihrem eigenen Glauben. Auf den Spuren des Reformers wandelte auch Pfarrer Marc Kadima. In einer katholischen Familie im Kongo geboren, wurde er mit der Idee konfrontiert, dass man den eigenen Glauben an der Bibel überprüfen können sollte. "Ich habe angefangen, Gott und die Wahrheit zu suchen", erzählte er. Er trat aus der katholischen Kirche aus und wurde evangelischer Pfarrer. Dr. Joel Love lernte Luther in Büchern kennen, von einer einfachen Darstellung über eine kritische Betrachtung seiner Person bis hin zur Begegnung mit Luther als Seelsorger in dessen eigenen Schriften. "Für mich ist er eine sehr komplizierte Person, aber trotzdem ein Vorbild", erklärte Love.

Die Podiumsteilnehmer sprachen sich alle dafür aus, das Reformationsjubiläum als Anlass zu nehmen, sich ganz nach Luthers Vorbild wieder mehr mit der Bibel zu beschäftigen. "Ich staune jedes Mal wieder, wie wenig die Menschen die biblischen Geschichten kennen", sagte Prof. Sung-Hee Lee-Linke und plädierte auch für das Gespräch als lebendige Beziehung zu Gott, bei dem man "die Schmetterlinge im Bauch fühlen kann". Man sollte die Menschen wieder zum Glauben hinführen und dafür sorgen, "dass er lecker schmeckt und Spaß macht", wie die Professorin es ausdrückte. Zustimmung auch bei den anderen, die sich für die Ökumene aussprachen. "Die muss nicht unbedingt das Ergebnis von theologischen Gesprächen sein, sondern kann auch aus einer selbstverständlich gewordenen Gastfreundschaft wachsen", erklärte Prof. Franz-Josef Nocke. "Ökumene ist keine Aufgabe, sondern eine Gabe, die wir haben", sagte Pfarrer Marc Kadima." (Florian Langhoff in der RP vom 08.06.2017)

 

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