Gedenken im Lockdown

Am 10. November 1938 kam es in Dinslaken zu heftigen Angriffen und Ausschreitungen auf die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Unter anderem wurden die Kinder des jüdischen Waisenhauses gezwungen, mit einem Karren durch die Stadt zu ziehen, unter Beschimpfungen und Misshandelungen der nicht jüdischen "Mitmenschen". Viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde verließen die Stadt nach diesen Vorfällen, manchen gelang es, sich zu retten, nicht wenige wurden ermordet.

Traditionell gedenkt die Stadt Dinslaken in Anwesenheit von Vertretern der jüdischen Gemeinde dieser Vorfälle mit einer Zusammenkunft am Mahnmal vor dem Rathaus. Dieses Gedenken wird seit langem von Schülerinnen und Schülern der Dinslakener Innenstadtschulen gestaltet, immer mit großer Resonanz in der Öffentlichkeit.

In diesem Jahr muss diese Tradition unterbrochen werden: Zum einen sind größere Versammlungen gemäß den geltenden Regeln des "Lockdown light" nicht gestattet, zum anderen sind die mit der Vorbereitung betrauten Schülerinnen und Schüler des Geschichte-Leistungskurses der EBGS aktuell in Quarantäne und können ihr Vorhaben nur sehr eingeschränkt vollenden.

Um diesen wichtigen Anlass dennoch zu würdigen und an das Geschehene zu erinnern, wird das Gedenken in diesem Jahr wie folgt ablaufen:

Um 11 Uhr läuten die Glocken von St. Vincentius und der Stadtkirche. Frau Bürgermeisterin Eislöffel wird, stellvertretend für den Rat und die politischen Mandatsträger der Stadt, am Mahnmal ein Zeichen des Gedenkens ablegen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, ebenso wie die Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften sind eingeladen, sich mit einem "Gedenk-Spaziergang" zum Mahnmal zu beteiligen und ebenfalls ein solches Zeichen des Gedenkens - eine Blume, eine Kerze - mitzubringen und damit deutlich zu machen: Das Geschehene ist nicht vergessen, sondern den nachfolgenden Generationen eine bleibende Mahnung und Aufforderung, sich aktuellen Tendenzen rechter politischer Gesinnung entschlossen entgegenzustellen.

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