Mit Zuversicht und Widerstandsvermögen

Synode des Ev. Kirchenkreises Dinslaken tagte als Videokonferenz

Wenn 62 Hauptamtliche und Laien zu einer Videokonferenz zusammenkommen, um über die Aufgaben des Ev. Kirchenkreises Dinslaken zu verhandeln und abzustimmen, dann ist das schon etwas Besonderes im Vergleich zu früheren Jahren. Coronabedingt tagte das Kirchenparlament mit Vertreter*innen aus den acht Kirchengemeinden digital – und trotzdem öffentlich. Wer als Gast teilnehmen wollte, konnte das nach vorheriger Anmeldung tun. Und diese Möglichkeit wurde durchaus genutzt.

Nicht nur die neue Form zeigte, dass die Ev. Kirche in der Region sich den Herausforderungen stellt, die die gegenwärtige Situation mit sich bringt. Auch inhaltlich war dem Bericht von Superintendent Friedhelm Waldhausen anzumerken, dass die globalen Herausforderungen ihn umtreiben: Nicht nur die Pandemie werfe ihre Schatten auf die gegenwärtige Lage.  Auch die Klimakrise, die Asylpolitik, der zunehmenden Rechtspopulismus  und die Digitalisierung belasten die Menschen. „Wir haben als Christ*innen“ so Waldhausen in Anlehnung an die große Theologin Dorothee Sölle, „kein Recht, uns diesen Herausforderungen zu ergeben. Uns ist die alte Aufgabe der Zuversicht gestellt: es geht darum, in harten Zeiten unter dramatischen Lebensumständen optimistisch zu bleiben  und angemessen zu handeln.“ Bei diesem angemessenen Handeln, sollen Fragen leitend sein wie: „Wie können wir den Menschen nahe sein? Was brauchen die Menschen von uns, angesichts der Veränderungen?“

Öffentlichkeitsarbeit wird ausgebaut

In den vergangenen Jahren hat der Kirchenkreis Dinslaken das durch einen Ausbau der Ev. Kinderwelt und eine Stärkung der diakonischen Angebote und Beratungseinrichtungen umgesetzt. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf einer Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit. Mit der viel beachteten Image-Kampagne „menschenskirche.“ und der professionellen Neugestaltung von Internetseiten und Flyern ist in diesem Bereich 2020 schon ein umfangreicher Aufschlag erfolgt. Das soll weitergeführt werden durch den Ausbau der sozialen Netzwerke, der u.a. die zahlreichen Angebote der Diakonie bekannt machen soll. Da es dazu mehr professionelle Arbeitskraft braucht, befürwortete die Synode die Aufstockung der kreiskirchlichen Öffentlichkeitsarbeit um eine halbe Stelle.

Protest gegen die Landeskürzungen für Flüchtlingsberatungsstellen

Widerstand zeigen und handeln wollte die Synode auch angesichts der am 6. Oktober bekannt gegebenen Pläne der Landesregierung, Kürzungen in der Finanzierung der Flüchtlingsberatungsstellen in NRW vorzunehmen. Von solchen Kürzungen ist auch das Psychosoziale Zentrum am Bahnhofsplatz in Dinslaken, das die Diakonie Dinslaken zusammen mit dem AWO Kreisverband Wesel e.V betreibt, betroffen. Die Synode protestiert darum gegen diese geplanten Kürzungen und betont in ihrem Beschluss: durch diese Pläne der Landesregierung „ist die Flüchtlingsberatung in NRW insgesamt gefährdet. Ein massiver Stellenabbau ist zu befürchten.“ Um die Kürzungen abzufangen, käme auf die Diakonie ein deutlich höherer Eigenanteil zu, verbandübergreifende Dienste und Koordinationen wären gefährdet, von denen auch das PSZ Dinslaken profitiert.

Und nicht zuletzt, genehmigte die Synodalversammlung auch die Haushalte für das Jahr 2021 für den Kirchenkreis, das Diakonische Werk und die Ev. Kinderwelt. Coronabedingt sind für das kommende Jahr voraussichtlich Kirchensteuerrückgänge in Höhe von 12,5% zu erwarten. Diese Rückgänge konnten aber durch vorsichtige Planungen der Verwaltung in den letzten Jahren und geringere Abgaben für landeskirchliche Aufgaben abgefangen werden.

 

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